Stadtrundgang Station 2

„Hinter der Wieke“

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„Hinter der Wieke“

„Hinter der Wieke“

„Hinter der Wieke“

... heißt bei den Alteingesessenen der nach Westen spitz auslaufende Platz vor den Fachwerkhäusern südlich der Paulinenquelle, zu dem einst der ganze Salzhof gehört hat:

Wahrscheinlich benannt nach „Wik“, worunter ein Handelsplatz (hier für Salz) zu verstehen ist. Ein Seitenarm des berühmten Hellweges führte im Übrigen im Bogen am Salzhof vorbei. Auf dem Stadtplan bilden die Randgrundstücke mit den ungeraden Hausnummern 1-11 den Anfang der Langen Straße.

Blick auf die Salze

„Klein Venedig“ - Lange Straße 1 - Blick auf die Salze

„Klein Venedig“, das vorspringende Fachwerkgiebelhaus direkt am Fluss Salze und ein wenig sogar über ihm. Zwischen den sieben Pfeilern, auf denen der Überbau im Flussbett abgestützt ist, haben zeitweise Färber Leinen im Salzwasser gespült.

Bis ins frühe 10. Jahrhundert hinein, war die Leineweberei ein wichtiger Erwerbszweig für viele Salzufler. Das Haus wurde 1625 erbaut, im 30-jährigen Krieg.

„Klein Venedig“ - Lange Straße 1

„Klein Venedig“ - Lange Straße 1 von der Otto-Künne-Promenade aus gesehen

Die Häuser Lange Straße 3 und 5 wurden als Ackerbürgerhäuser in den Jahren 1590 (Nr. 3) und 1650 errichtet. Rund 2000 Einwohner zählte Salzuflen 1590, 60 Jahre später (1650) waren es nur noch rund 900. Die Ursache: Kriegslasten, Plünderungen der Soldateska und die Pest (1636), die allein 450 Todesopfer forderte und viele Bürger vertrieb. Einem von denen, die blieben, begegnet man „nebenan“ im Haus Lange Straße 7 – einem der schönsten Fachwerkhäuser der Stadt, dessen Erbauer, IOHAN LOOFHER ET ANNA RESEN, hatten sich auf dem (leider längst ausgebauten) Torbalken verewigt.

Johann Loofher war von 1615 bis zu seinem Tode 1657 Seelsorger der seit 1531 selbstständigen (bis 1605 lutherischen, dann reformierten) Kirchengemeinde Salzuflen. Während der Pest 1636 organisierten er und der Bürgermeister Johann Veger (diesem ist eine Gedenkeiche im Stadtwald gewidmet) eine hilfreiche Brüdergilde, die noch zwei Jahrhunderte fortbestanden hat.

Das Baujahr des Hauses steckt in einem lateinischen 2-Zeiler (Chronodistichon) auf dem Schwellbalken des zweiten Obergeschosses: Herausragende Buchstaben, die zugleich römische Ziffern sind: I = 1, V = 5, L = 50, C = 100, D = 500. Zusammengezählt ergeben sie die Jahreszahl 1621. Übersetzung des Chronodistichons: „Es sei unserem Haus, (so) wünsche ich, beständige Eintracht beschieden, und unser Herdfeuer möge in unablässliger Glut leuchten. Der Herr wird für uns sorgen“.