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Gradierwerk (Ein Gradierwerk besteht aus einem Holzgerüst, das vorwiegend mit Schwarzdorn-Bündeln gefüllt ist.)

Art des Ausdrucks: Definition
Ausdruck: Gradierwerk
Alternativen: Gradierwerke, Salinen, Saline
Ersetzt durch: -
Kurzbeschreibung: Ein Gradierwerk besteht aus einem Holzgerüst, das vorwiegend mit Schwarzdorn-Bündeln gefüllt ist.
Ausführliche Beschreibung: 

Definition

Ein Gradierwerk besteht aus einem Holzgerüst, das vorwiegend mit Schwarzdorn-Bündeln gefüllt ist. Es dient dem Erhöhen des Salzgehaltes der Sole. Während diese immer wieder am Gradierwerk hinabrieselt, verdunstet das Wasser durch Sonneneinwirkung und Wind.

Die Verunreinigungen der Sole, wie zum Beispiel Kalk, setzen sich in Form des so genannten Dornsteins im Reisig ab. Diese Art und Weise der Salzgewinnung verminderte in der damaligen Zeit die hohen Siedekosten. Heute dienen Gradierwerke lediglich der Inhalation im Rahmen eines Kur- und Gesundheitsaufenthaltes (meerähnliches Klima).

Irrtümer

Fälschlicherweise werden die Gradierwerke auch Salinen bezeichnet. Eine Saline ist ein Betrieb zur Salzgewinnung. Es gibt folgende Anlagen:

  • Geplante oder natürliche Salzgärten am Meer, in denen Salz durch Verdunstung von Meerwasser gewonnen wird
  • Große Pfannen, in denen durch Verdampfen des Wassers Salz gewonnen wird. 

Aus ökonomischen Gründen wurden damals für die Salzgewinnung Gradierwerke zur natürlichen Verdunstung genutzt. Sie waren damit lediglich ein Bestandteil einer Saline.

Die Erfindung des Gradierwerkes

Die ersten deutschen Salinenstädte waren Lüneburg (956 n.Chr.) und Reichenhall (1163 n.Chr.). Die Solequellen waren meist in Besitz des Landesherrn, die Salinen dagegen wurden von den sogenannten Pfännern gepachtet. Das Salz wurde zu dieser Zeit in gewaltigen Pfannen eingedampft. Der Bedarf an Brennmaterial war dementsprechend hoch, so dass ganze Waldgebiete abgeholzt wurden. So entstanden eigentümliche Landschaften, wie zum Beispiel die „Lüneburger Heide“.

Ab dem 16. Jahrhundert erbaute man Gradierwerke, um das Salz auf natürliche Art und Weise durch Verdunstung zu gewinnen. Diese Einrichtung erforderte jedoch einen ebenso großen Kapitalaufwand, welchen die Pfänner über Steuern an den Landsherrn nicht aufbringen konnten. Demzufolge ging die Salzproduktion mehr und mehr in ein staatliches Monopolunternehmen über. Ab dem 18. Jahrhundert arbeiteten die Pfänner als Lohnarbeiter, angestellt bei der Obrigkeit, eine „Fabrik“ wurde gebildet.

Der Schwarzdorn (Prunus spinosa L.)

auch Schlehdorn oder Schlehe genannt, ist ein mittelgroßer Strauch, der zu den Rosengewächsen gehört. Angesiedelt ist dieses Gewächs in Europa. Der Schwarzdorn wird circa 3 bis 6 Meter hoch und besitzt stark verästelte Dornenzweige mit dunkler Rinde.

Die Pflanze ist durch ihre Dornen gegen Schädlinge gut geschützt, so dass sie sich leicht verbreitet. Durch die hohe Belastbarkeit des Gewächses wird es häufig für Gradierwerke genutzt.

NatriumChlorid

Das NatriumChlorid (NaCl) ist besser bekannt unter der Bezeichnung „Speisesalz“, welches für die Menschen in wohldosierter Menge lebenswichtig ist. Lange Zeit blieb das Gewürz ein teures Handelsgut („weißes Gold“).

Dornstein

Ablagerungen an den Zweigen des Schwarzdorns von Gradierwerken bestehen aus Mineralien, wie Kalk und Eisen (daher die rötliche Färbung). Diese Versteinerungen werden „Dornstein“ genannt.

Sole

Die „Sole“ ist eine Salz-Wasser-Lösung. Ursprünglich wurden Kochsalzlösungen so bezeichnet, aus denen in Salinen, Salzbergwerken oder am Meer Salz gewonnen wurde. In der Medizin werden Lösungen mit einem Kochsalzgehalt ab 1,5 % ebenfalls Sole genannt.

Die medizinische Wirkung von Sole-Anwendungen bei Hautkrankheiten ist unbestritten. Darüber hinaus werden unter anderem Sole-Trinkkuren, Solebäder und Sole-Inhalationen in Kurbädern, wie zum Beispiel Bad Salzuflen, angeboten. Angewendet wird Sole häufig bei Hauterkrankungen, Allergien, Atemwegsbeschwerden und orthopädischen Indikationen.

 

Gradierwerke im Stadtplan (POIs)

Sprache: dt.