Pavillon zum Thema Historik in der Wandelhalle., © Staatsbad Salzuflen GmbH / D. Neuschäfer-Rube

Ein Blick zu­rück in die Ver­gan­gen­heit

Als in der Wandelhalle noch getanzt wurde …

Mit steigenden Kurgastzahlen wuchs auch die Infrastruktur in Bad Salzuflen. Nicht nur das Wege und Straßennetz wurde ausgebaut, Kurmittelhäuser und „Conversationshäuser“ prägten das Erscheinungsbild des Kurortes.

Die alte Brunnentrinkhalle im Kurpark war bereits 1872 erbaut und war bereits 1888 erweitert worden und verfügte seit 1906 über einen Kolonnadengang. Den besonders die Trinkkuren erfreuten sich großer Beliebtheit: „Als innere Kur wird der Trinkkur große Wichtigkeit eingeräumt“, heißt es in einem Kurgastführer aus dem Jahr 1907. „Das einzelne Glas, das Zentiliter-Einteilung hat, soll nicht hastig, sondern langsam und in mehreren Absätzen getrunken werden. Ehe man ein zweites Glas nimmt, warte man mindestens eine Viertelstunde und mache zwischendurch eine kleine Promenade. Vor- und nachmittags sind die Trinkbrunnen abermals geöffnet, doch ist ein nochmaliges Trinken nur auf ärztliche Anordnung zu empfehlen.“

1912 wurde an Brunnentrinkhalle dann als eine weitere Erweiterung eine hölzerne Wandelhalle angebaut. Bereits zwölf Jahre später musste sie erweitert werden, die Räumlichkeiten waren für den Andrang der nach Salzuflen strömenden Kurgäste nicht ausreichend. So wurde sie nun massiv ausgebaut, verglast, beheizt und mit einem Konzertpavillon ausgestattet. Die gesamte Anlage gruppierte sich um eine Halle mit dem Trinkbrunnenausschank, dessen Nachbau heute noch in der „neuen” Wandelhalle zu bewundern ist.

Lange Gänge umgaben vier kleine Lichthöfe und ganz im Stil der Zeit wurden Wandelhalle und Wege zu einem Palmengarten ausgestaltet. Hier flanierte man entlang, besuchte die Geschäfte in der Wandelhalle, hier nahm man die gesunde Salzufler Sole als verordnete Trinkkur zu sich und verbrachte seine Zeit in den Leseräumen mit der Lektüre der Tageszeitung. Zweimal wöchentlich reiste extra aus dem benachbarten Herford der Photograf Fricke an, um Gruppenbilder der Kurgäste aufzunehmen. Womöglich traf man hier auch auf den vielbeschriebenen Kur-Schatten…

Am 1. April 1947 war die Wandelhalle das erste Gebäude der örtlichen Infrastruktur, das die britische Besatzungsmacht wieder für die eine Kursaison der Nachkriegszeit freigab. Da zu dem Zeitpunkt das Kurhaus noch nicht wieder zur Verfügung stand, entwickelte sich die Wandelhalle zu einem beliebten Ort für Tanzveranstaltungen und war der Mittelpunkt der Kurparkbeleuchtungen. Auch heute noch wird eben diese Tradition der Parkbeleuchtung mit großem Erfolg als „Nacht der 10.000 Kerzen” veranstaltet.

Ende der 50er Jahre entsprach die Wandelhalle mit ihren angrenzenden Gebäuden nicht mehr dem damaligen Zeitgeist. Kurzerhand wurde die Wandelhalle 1960 abgerissen. An ihrer Stelle erbaute man die Konzerthalle und seitlich davon entstand der Neubau der  heutigen Wandelhalle.


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